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Geheimakte - Geheimakte: Oktoberfest-Attentat - Folge 2

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Überraschend schnell wurden die Ermittlungen zum schlimmsten Terror-Attentat der deutschen Nachkriegsgeschichte eingestellt. Der 21-jährige Geologiestudent Gundolf Köhler aus Donaueschingen habe alles allein gemacht. Nach dem Anschlag wurde eine Hand gefunden. Eine ganze Hand - kaum beschädigt, sie kann nicht von Köhler sein. Im Laufe der Jahre ist dieses Asservat verschwunden. Wem hat sie gehört? 40 Jahre nach dem Oktoberfest-Attentat gibt es noch immer viele Unklarheiten und Fragen. Juliette Marischka aus den ANTENNE BAYERN-Nachrichten hat das Attentat als junges Mädchen überlebt. Erstmals erzählt sie als Augenzeugin von dieser Nacht. ANTENNE BAYERN - Reporter Christoph Lemmer spricht mit Zeitzeugen und geht den vielen offenen Fragen nach. Geheimakte „Oktoberfest-Attentat“ - Ein Podcast von ANTENNE BAYERN. Seit September 2020 gibt es ein neues Buch von U. Chaussy: „Das Oktoberfest-Attentat und der Doppelmord von Erlangen - Wie Rechtsterrorismus und Antisemitismus seit 1980 verdrängt werden“ ISBN 978-3-96289-100-8 im Chr. Links Verlag

Eine
gewaltige
Explosion
reißt
13
Menschen
in
den
Tod.
Also
wenn
ich
damals
nicht
etwas
länger
vor
so
einem
wilden
Karussell
stehengeblieben
wäre,
dann
wäre
ich
möglicherweise
nicht
mehr
am
Leben.
Mein
Name
ist
duelliert,
Marischka.
Ich
arbeite
bei
Antenne
Bayern
in
der
Nachrichtenredaktion
und
das
Oktoberfestattentat
ist
auch
Teil
meiner
ganz
persönlichen
Geschichte
rechtsextremer
Terror
auf
der
Theresienwiese.
Die
Bilder
von
damals
bleiben
immer
in
meinem
Kopf.
Heute,
vier
Jahrzehnte
später,
gibt
es
noch
immer
unzählige
Fragen.
Ich
bin
Christoph
Lemmer.
Ich
begleite
durch
diesen
Podcast
und
begebe
mich
auf
Spurensuche.
Denn
es
wurden
Beweise
vernichtet
und
Zeugen
ignoriert.
Was
wussten
Geheimdienste
und
Spitzenpolitiker?
Der
schwerste
Anschlag
in
der
Geschichte
der
Bundesrepublik
40
Jahre.
Ein
trauriger
Jahrestag.
Geheimakten
Oktoberfestattentat.
Ein
Podcast
von
Antenne
Bayern.
Episode
2.
Freitag,
der
26.
September
1980.
Wie
lange
ist
das
schon
wieder
her?
Und
trotzdem
sehe
ich
einige
Bilder
noch
ganz
genau
in
meinem
Kopf.
Immer
noch
irre
ich
in
dem
Bereich
herum,
den
die
Polizei
abgesperrt
hat.
Rund
um
den
Tatort.
Mir
geht's
gut.
Ich
habe
nicht
mal
eine
kleine
Schramme
abbekommen.
Viel
schlimmer
geht's
den
Menschen,
die
überall
auf
dem
Boden
liegen,
um
mich
herum.
Ich
stehe
plötzlich
in
einer
kleinen
Gruppe,
die
bei
einer
verletzten
Frau
kniet.
Daneben
liegt,
starr
vor
Schreck
und
ebenfalls
blutend.
Ein
großer
Schäferhund,
der
seinen
Kopf
auf
den
Boden
drückt.
Ein
Mann
spricht
mich
an,
ob
ich
mich
bitte
um
seinen
Hund
kümmern
könnte.
Er
selbst
müsse
bei
seiner
verletzten
Frau
bleiben
und
sein
Kind
suchen.
Ich
glaube,
er
sprach
von
seiner
Tochter,
die
auch
irgendwo
liegen
muss.
Der
Mann
drückt
mir
seine
Visitenkarte
und
50
Mark
in
die
Hand
und
dann
hebt
er
mir
dieses
riesen
Tier
auf
den
Arm.
Der
Hund
hält
total
still,
wehrt
sich
nicht
und
lässt
alles
mit
sich
geschehen.
Ich
habe
zu
der
Zeit
selbst
einen
großen
Schäferhund.
Den
hätte
ich
nie
tragen
können.
Viel
zu
schwer.
Unglaublich,
welche
Kräfte
man
entwickelt,
wenn
es
darauf
ankommt.
Überraschend
schnell
wurden
die
Ermittlungen
zum
schlimmsten
Terrorattentate
der
deutschen
Nachkriegsgeschichte
eingestellt.
Das
Ergebnis
war
bequem.
Der
21
jährige
Geologie
Student
Gundolf
Köhler
aus
Donaueschingen
habe
alles
allein
gemacht,
den
Plan
geschmiedet,
die
Bombe
gebaut,
den
Anschlag
verübt,
sich
selbst
versehentlich
mit
in
die
Luft
gesprengt,
zufällig
eine
Woche
vor
der
Bundestagswahl.
Die
abgerissene
Hand
eines
Möglichen
mit
Täters
wurde
vernichtet,
bevor
man
DNA-Spuren
sichern
konnte.
Und
sie
waren
nicht
das
einzige
Beweisstück,
das
den
Ermittlern
abhanden
kam.
Es
fehlten
zum
Beispiel
auch
Dutzende
Zigarettenkippen
aus
dem
Auto,
mit
dem
Gundolf
Köhler
von
Donaueschingen
nach
München
gefahren
war.
Sechs
unterschiedliche
Marken,
mutmaßlich
erst
kurz
vor
dem
Anschlag
geraucht.
Das
Auto
gehörte
Köhlers
Vater.
Der
war
Nichtraucher
und
hatte
verboten,
dass
in
seinem
Auto
geraucht
wird.
Als
Zigarettenstummel
klebt
Speichel
Speichel
mit
DNA
Fragmenten.
Man
hätte
herausfinden
können,
wer
diese
Zigaretten
geraucht
hat.
Hätte,
wenn
die
Kippen
nicht
auch
verschwunden
wären.
Verrückt?
Oder
hat
sich
da
jemand
bemüht,
Spuren
zu
verwischen?
Jemand,
der
mächtig
genug
war
und
dazu
in
der
Lage?
Jemand,
der
nicht
wollte,
dass
die
Hintergründe
aufgeklärt
werden.
Jemand,
der
nicht
wollte,
dass
Hintermänner
Köhlers
gefunden
werden.
Oder
jemand,
der
Verschwörungstheorien
befeuern
wollte.
Max
Yusef
Strauß
ist
einer
von
denen,
die
diese
Frage
nie
losgelassen
hat.
Nur
stimme
ich
der
These
nicht
zu,
dass
das
alleine
die
Rechtsradikalen
waren.
Das
ist
für
mich
ich
glaube,
dass
es
eine
Involvierung
der
DDR
und
deren
Auslandsgeheimdienst
gibt.
Gibt
es
irgendetwas,
was
sie
dazu
bringt
zu
dieser
Vermutung?
Es
ist
relativ
einfach.
Das
war
ein
perfekter
Mord.
Ich
glaube
nicht,
dass
es
bei
den
Rechtsradikalen
und
bei
Köhler
selbst
dem
Attentäter
selbst
das
technische
Know
how
gab,
eine
Bombe
zu
erzeugen,
die
mit
Sicherheit
den
Täter
auch
tötet.
Ein
Beweis
dafür
gibt's
nicht,
sagt
Max
Josef
Strauß
auch
selber.
Freilich
ein
Beweis
für
eine
andere
Version
gibt's
auch
nicht.
Also
wie
könnte
das
gewesen
sein?
Für
mich
ist
die
Frage
nicht
zu
beantworten
die
die
Professionalität,
so
eine
Bombe
zu
bauen,
die
die
Stadt
Spuren
perfekt
verschleiert
hat?
Sie
hatten
einen
Attentäter,
der
garantiert
nicht
Selbstmord
begehen
wollte.
Der
ist
es,
der
mit
Sicherheit
selber
die
Bombe
nicht
so
gebaut
hat,
dass
er
selber
umkommt.
Schlagendes
Argument
der
macht
eine
Woche
vorher
noch
einen
Bausparvertrag,
obwohl
er
finanziell
knapp
war.
Und
sollte
auch
noch.
Ja,
ja.
Also
das
ist
die
Zukunft
zu
Zukunftshoffnung
schlechthin.
Ja
und
dann
gibt's
ja
diverse
andere
Anzeichen.
Auch
Sanger
sagen
alle
Ja,
wieso
zündet
der
eine
Bombe
vor,
der
von
der
Bauart
her
er
selber
beim
Zünden
umkommen
muss?
Die
Frage
kann
bis
jetzt
niemand
richtig
beantworten.
Dann
sage
ich
nur
Okay,
wer
kann
da
der
Täterkreis?
Welcher
kann
das
sein?
Und
da
ist
natürlich
die
Hoffer
auf
die
erste
Adresse.
Muss
aber
klar
sagen
Meine
Theorie
und
so
weiter
hat
den
Nachteil,
dass
unter
anderem
auch
durch
den
nachlässigen
Ermittlungen
in
der
ganzen
Angelegenheit
und
die
Fokussierung
auf
diese
ein
Täter
theoria
ist,
hierfür
keine
Tatsachen
gibt,
die
man,
die
man
in
irgendeiner
Form
also
keine
harten
Tatsachen
hat.
Das
sind
jetzt
Schlüsse,
die
ich
ziehe.
Die
und
natürlich
ist
es
auch
so
gewesen,
dass
die
schlimmsten
Taten
des
DDR
Auslandsgeheimdienst
der
HV
A
mit
Sicherheit
schon
ganz
am
Anfang
vernichtet
wurden
und
zwar
mit
entsprechender
Gründlichkeit
vernichtet
wurden.
Strauß
vertritt
freilich
eine
Außenseiter
Theorie.
Ermittler,
Nebenkläger,
Autor
Chaussy
und
auch
der
heutige
bayerische
Innenminister
Joachim
Herrmann
halten
das
Wisen
Attentat
für
das
Werk
eines
oder
mehrerer
Rechtsextremisten.
Wir
haben
eine
klare
Erkenntnis
Gundolf
Köhler
hat
wohl
klar
auch
aus
rechtsextremistischen
Motiven
heraus
diesen
Anschlag
begangen.
Die
Fragen,
ob
er
dabei
Mittäter
hatte
und
ähnliches
konnten
nicht
abschließend
beantwortet
werden.
Jedenfalls
gibt
es
keine
Belege
dafür,
keine
wirklichen
Beweise.
Insofern
bleibt
die
Frage
des
Einzeltäters
zunächst
einmal
im
Raum.
Keine
Ahnung,
wie
ich
das
jetzt
schaffe,
aber
ich
gehe
mit
diesem
großen
Schäferhund
auf
dem
Arm
an
der
Absperrung
entlang
und
frage
ein
paar
Menschen,
ob
sie
mir
helfen
können.
Alle
starren
mich
nur
erschrocken
an
oder
drehen
sich
weg.
Kaum
einer
antwortet
Dem
Tier
läuft
das
Blut
hinten
am
Bein
runter.
Zwei
Polizisten
heben
die
Plastik
Absperrung
hoch,
um
mich
durchzulassen
und
nehmen
uns
mit.
Der
blutende
Hund
in
Schockstarre
und
ich
auf
dem
Rücksitz
in
einem
Polizeiauto
mit
Blaulicht
bringen
sie
uns
zur
Tierklinik
am
Englischen
Garten.
Die
Schranke
ist
zu.
Über
die
Gegensprechanlage
will
uns
der
Nachtfahrt
nicht
reinlassen.
Er
hat
noch
nichts
von
einer
Explosion
auf
der
Wisen
gehört.
Facebook,
Internet
all
das
gibt's
ja
noch
gar
nicht.
München
hat
von
dem
Attentat
noch
nichts
mitbekommen.
Erst
als
die
zwei
Polizeibeamten
die
Sirene
an
ihrem
Auto
aufheulen
lassen,
geht
die
Schranke
hoch.
Der
Notdienst
bringt
den
Hund
sofort
in
den
OP
ein.
Bomben
Splitter
hat
ihn
offenbar
am
hinteren
Oberschenkel
getroffen.
Aber
es
scheint
nicht
allzu
schlimm
zu
sein.
Die
Tierärzte
beruhigen
mich
und
schicken
mich
heim.
Rechtsextremisten.
Rechtsradikale
Täter
Gundolf
Köhler
war
Rechtsextremist,
Wehrsportgruppe
Hoffmann.
Bei
denen
hatte
er
zu
tun.
Es
wird
Zeit,
sich
mit
der
militanten
Szene
der
damaligen
Zeit
zu
beschäftigen
und
einem
Mann,
der
jahrelang
als
Deutschlands
militantes
Der
Nazi
galt.
Karl-Heinz
Hoffmann,
der,
der
die
Wehrsportgruppe
gründete,
eine
Gruppe,
die
wenige
Monate
vor
dem
Attentat
von
der
Bundesregierung
verboten
wurde,
gegen
den
Willen
der
damaligen
bayerischen
Regierung
unter
ihrem
Ministerpräsidenten
Franz
Josef
Strauß.
Heute
sieht
man,
dass
in
München
nachträglich
als
Fehler,
sagt
der
jetzige
Innenminister
Joachim
Herrmann.
Man
muss
heute
auch
klar
sagen,
dass
auch
in
der
Bewertung
der
Wehrsportgruppe
Hoffmann,
wie
intensiv
die
Verbindungen
zu
Gundolf
Köhler
war,
sicherlich
auch
damals
89
in
Bayern
Fehler
gemacht
wurden.
Franz-Josef
Strauß
war
ein
großartiger
Ministerpräsident,
aber
auch
in
der
politischen
Bewertung
dieser
Werte
Sportgruppe
In
der
Gefährlichkeit
hat
er
sich
ganz
eindeutig
geirrt.
Der
Bundesinnenminister
Baum
hat
die
Wehrsportgruppe
Hoffmann
im
Frühjahr
1980
verboten.
Und
das
war
richtig
so.
Und
wir
müssen
ja
vor
allen
Dingen
sehen
Ja,
nur
einen
relativ
kurzen
Zeitraum.
Nach
diesem
Oktoberfestattentat
ist
er
dann
im
Dezember
1980,
dieser
schreckliche
Mord
an
Shlomo
und
Frieda
Peschke
in
Erlangen
verübt
worden.
Da
war
dann
die
Zuordnung
klar
ein
Täter,
der
unmittelbar
aus
der
Wehrsportgruppe
Hoffmann
stammte,
der
dann
auch
später
selbst
zu
Tode
kam.
Und
da
muss
man
natürlich
insgesamt
schon
sehen,
was
hier
rund
um
jedenfalls
diese
Wehrsportgruppe
Hoffmann
sich
offensichtlich
an
ja
auch
hochgefährlichen
Entwicklungen
in
puncto
Rechtsextremismus
und
brutaler
Gewalt
entwickelt
habe.
Dass
die
Staatsregierung
das
damals,
1980,
noch
nicht
so
sah,
das
ist
heute
unumstritten.
Anwalt
Dietrich
sieht
darin
eine
der
Gründe
für
die
schwierigen
Ermittlungen
und
die
vielen
bis
heute
ungeklärten
Details.
Politisch
wird
organisierter
Rechtsradikalismus
in
Deutschland,
speziell
in
Bayern,
nicht
gern
gesehen.
Das
war
so
damals
selbst
diese
hochgefährliche
Gruppe.
Hoffmann
wurde
von
Strauß
und
Tandler
und
allen
anderen
systematisch
verharmlost
als
Spinner,
die
mit
Holz
warfen
und
mit
Uniform
im
Wald
trainieren.
Wenn
sie
das
wollen,
sollen
sie
das
machen.
So
wurde
es
gesagt.
Und
wenn
es
wirklich
organisierten
Rechtsradikalismus
in
Deutschland
geben
sollte,
dann
sind
das
Gruppen,
die
vom
KGB
oder
aus
der
DDR
finanziert
oder
initiiert
wurden.
Das
war
die
gängige
Einschätzung
bzw.
auch
die
Handlungsanweisung
für
die
einzelnen
Polizeistationen
oder
Staatsanwaltschaften,
wie
man
gegenüber
Rechten
vorgehen
soll,
nämlich
anders
als
bei
den
Linken.
Bei
Linken
war
es
immer
der.
Der
Zusammenhang.
Die.
Die.
Die
Gruppenzugehörigkeit.
Die
kriminelle
oder
terroristische
Vereinigung.
Kann
man
dutzende
von
Beispielen.
Wenn
bei
Rechten
war
es
immer
der
verwirrte
Einzeltäter,
die
Amok
tat
mit
Privaten
privat,
mit
privater
Motivation.
Und
das
deswegen
beispielsweise
auch
gerade
in
Bayern,
aber
auch
in
anderen
Bundesländern,
weil
man
vorher
immer
gesagt
hat,
es
gibt
in
Deutschland
oder
in
Bayern
keinen
organisierten
Rechtsradikalismus.
Inzwischen
ist
auch
in
der
Tierklinik
große
Hektik
ausgebrochen.
Als
ich
rausgehe,
steht
da
ein
Pferd,
ein
Schimmel.
Ganz
ruhig,
aber
mit
weit
aufgerissenen,
panischen
Augen
und
einem
Golfball
großen
Loch
in
der
Seite.
Kein
Blut.
Der
Schimmel
hatte
mit
seinem
Kutscher
vor
dem
Haupthaus
Gang
der
Wiesen
auf
Kunden
gewartet,
als
die
Bombe
hochging.
Irgendwo
habe
ich
später
gelesen,
dass
das
Pferd
nicht
mehr
gerettet
werden
konnte.
Ich
habe
keine
Ahnung
mehr,
wie
ich
an
diesem
Abend
nach
Hause
gekommen
bin.
Bombenleger
Köhler
habe
die
anstehende
Bundestagswahl
manipulieren
wollen,
sagen
die
Behörden
heute.
Sollte
Köhler
Hintermänner
gehabt
haben,
dann
gelte
das
für
die
natürlich
auch.
Und
genau
darum,
sagt
der
Rechtsextremist
Hoffmann
habe
ja
eben
gerade
kein
Motiv
gehabt.
Jeder
wusste
doch,
dass
mir
die
Demokratie
sozusagen
am
Arsch
vorbeigeht.
Mich
haben
doch
die
Wahlen
überhaupt
nicht
interessiert.
Ich
war
nie
in
einer
Partei.
Ich
habe
nie
für
eine
Partei
Stellung
genommen,
schon
gar
nicht
für
den
Strauß.
Wer
bin
ich
denn?
Und
der
Köhler,
wenn
er
denn
der
Rechtsextremist
gewesen
wäre,
dann
hätte
er
doch
an
einem
Wahlergebnis
auch
kein
Interesse
gehabt.
Was
ja
aufschlussreich
ist.
Da
antwortet
der
Wehrsportgruppe
Hoffmann
für
seinen
toten
Kameraden
Köhler
quasi
gleich
mit,
von
dem
er
sich
irgendwie
immer
zu
distanzieren
versucht
habe,
der
halt
nur
vereinzelt
mal
bei
ihm
bei
Sport
Übungen
dabei
gewesen
sei,
der
vielleicht
gern
mehr
gewesen
wäre,
den
er
Hoffmann
aber
nicht
gelassen
habe.
Köhler
hat
mir
irgendwann
mal
auch
lange
zurückliegen
einen
Brief
geschrieben
und
hat
sich
erboten,
in
seinem
Heimat
Bereich
eine
Wehrsportgruppe
aufzubauen.
Ja,
das
ist
natürlich
eine
tolle
Sache.
Nein,
ist
es
nicht,
weil
man
meine
Antwort
verschweigt.
Ich
habe
sofort
geantwortet
Habe
ich
jetzt.
Kommt
nicht
in
Frage.
Ich
will
das
nicht.
Das
gehört
doch
dazu.
Und
das
ist
die
Schweinerei
an
der
Janze.
Und
das
haben
sie
immer
so
gemacht.
Haben
Sie
vor
diesem
Schreiben,
das
Sie
dem
Köhler
geschickt
haben,
noch
eine
Kopie,
aber
jedenfalls
nicht
griffbereit.
Nein,
eigentlich
nicht.
Ich
habe
das
nicht.
Aber
die
Behörden
haben
es.
Die
nächsten
Tage
sind
die
Nachrichten
voll.
13
Menschen
sind
gestorben.
Zu
den
vielen
Verletzten
zählt
auch
meine
Freundin.
Nachdem
wir
Kitty
geholfen
und
uns
dann
aus
den
Augen
verloren
hatten,
musste
sie
mit
einem
Schock
in
einem
Krankenwagen
versorgt
werden.
Die
Jungs
hatten
Gott
sei
Dank
nichts
abbekommen.
Sie
haben
im
Gegensatz
zu
mir
sehr
schnell
gerafft,
dass
es
eine
Explosion
gab
und
sich
dann
in
Sicherheit
gebracht,
bevor
vielleicht
noch
mehr
passiert.
Später
haben
wir
ihr
lange
bei
Kerzenschein
zusammengesessen
und
versucht
zu
verstehen.
Und
jeder
von
uns
hat
sich
Vorwürfe
gemacht.
Zu
wenig
gefühlt,
zu
viel
gefühlt,
nicht
geholfen
oder
falsch
geholfen.
Nicht
cool
genug
gewesen
zu
sein
oder
zu
cool.
Merkwürdig,
wie
man
bei
sich
selbst
die
Schuld
sucht,
wenn
man
etwas
nicht
begreifen
kann.
Ein
paar
Tage
vergehen.
Der
Alltag
hat
mich
wieder.
Meine
Teenager
Welt
rückt
sich
fast
wieder
ein
bisschen
gerade
die
50
Mark,
die
mir
der
Hundebesitzer
in
die
Hand
gedrückt
hatte,
die
werden
in
der
Schule
in
der
Umkleidekabine
beim
Sportunterricht
geklaut.
Und
deshalb
drücke
ich
mich
auch
davor,
mich
bei
dem
Mann
zu
melden.
Eigentlich
hätte
ich
gerne
das
Geld
zurückgegeben.
Und
es
ist
mir
peinlich,
dass
jetzt
nicht
mehr
habe.
Aber
irgendwann
rufe
ich
doch
an,
freue
mich,
ihm
sagen
zu
können,
dass
es
seinem
Hund
gut
geht
und
erwarte
eine
ebenso
gute
Nachricht,
als
ich
mich
nach
seiner
Frau
und
seinem
Kind
erkundige.
Und
es
ist
erst
dieser
Moment,
indem
er
die
ganze
Katastrophe
wirklich
bewusst
wird,
indem
aus
Opferzahlen
Schicksale
werden.
Der
Mann,
dem
ich
die
gute
Nachricht
über
seinen
Hund
überbringe,
ringt
nach
Worten.
Sein
Kind
hat
den
Anschlag
nicht
überlebt,
mir
und
seine
Frau
ist
schwer
verletzt.
Wie
verabschiedet
man
sich
nach
so
einem
Telefonat?
Alles
Gute!
Wie
grotesk
die
Ermittlungen
liefen,
während
die
Opfer
gerade
begraben
waren
oder
überhaupt
begannen,
den
Schrecken
zu
verarbeiten.
Wie
aberwitzig
gerade
Geheimdienstler
vorgingen,
das
zeigt
das
Beispiel
von
Hans
Langemann.
Langemann
war
Abteilungsleiter
im
bayerischen
Innenministerium
und
Chef
des
Landes
Verfassungsschutzes.
Langemann
lebt
schon
lange
nicht
mehr.
Aber
jeder,
der
sich
mit
dem
Wisen
Attentat
näher
beschäftigt
hat,
kennt
seinen
Namen
auch
Autor
Ulrich
Chaussy.
Dr.
Hans
Langemann
war
ein
Agent
des
BND,
der
dann
zur
Olympiade
wechselte
wurde
der
Sicherheits
als
Beauftragter
der
Olympischen
Spiele
und
dann
wechselte
er
ins
bayerische
Innenministerium
als
sogenannter
Staatsschutz
Chef.
Das
hieß,
er
war
der
politische
Aufseher
des
Bayerischen
Landesamtes
für
Verfassungsschutz.
Schon
gleich
nach
dem
Anschlag
lag
der
Verdacht
nahe,
dass
der
Bombenanschlag
politisch
motiviert
sein
könnte.
Über
ein
Behoerden
weites
Daten
Netzwerk
stieß
Langemann
auf
den
Namen
Gundolf
Köhler.
Erste
Informationen
über
Köhlers
rechtsextreme
Gesinnung
und
seine
dubiosen
Kontakte
zu
Hoffmann.
Daraufhin
ist
das
Verfahren
überhaupt
erst
vom
Generalbundesanwalt,
also
vom
obersten
politischen
Staatsanwalt,
der
für
Extremismus
Taten
allein
zuständig
ist,
an
sich
gezogen
worden.
Und
das
erste,
was
der
gesagt
hat
absolute
Nachrichtensperre.
Dass
die
dann
von
dem
von
dem
Staatsschützer
gebrochen
wird,
das
ist
schon
merkwürdig.
Denn
Langemann
gab
ausgewählten
Reportern
Tipps,
etwa
einer
Illustrierten,
die
heute
nicht
mehr
existiert.
Die
Quick
ein
eher
krawallig
Scandal
Blatt
Langemann
verriet
Reportern
Köhlers
Namen
und
die
Namen
und
Anschriften
seiner
Familie
und
seiner
Freunde.
Im
Nu
waren
die
Journalisten
vor
Ort.
Alle
Namen
waren
schlagartig
öffentlich
bekannt.
Jeder
aus
Köhlers
Umfeld
konnte
sich
ausrechnen,
dass
die
Polizei
demnächst
bei
ihm
erscheinen
würde.
Wer
etwas
zu
beseitigen
hatte,
der
hatte
jetzt
die
Gelegenheit
dazu.
Ausgerechnet
Geheimdienstmann
Langemann
hatte
dafür
gesorgt.
Max
Josef
Strauß,
der
Sohn
des
damaligen
bayerischen
Ministerpräsidenten,
kannte
Langemann,
erinnert
sich
Also
ich
habe
ihn
ein
paarmal
Grüß
Gott
gesagt.
tat
fürchterlich
verschwörerisch
auf
und
mit
dem
höheren
Wissen
ausgestattet.
Und
er
hat
in
gewissen
Abständen
immer
irgendwelche
geheimen
Unterlagen
bei
meinem
Vater
durch
persönliche
Übergabe
sozusagen
abgegeben.
Ja,
sag
ich
bei
meinem
Vater.
Diese
persönliche
Übergabe
fand
bei
uns
zu
Hause
statt.
Sprich
der
tauchte
dort
auf.
Ja,
und
das
war
schon
fast
Slapstick
artigen,
sich
so
ein
Film
zu
vorstellen.
Wie
sieht
ein
Geheimdienstler
aus?
Das
hat
alles
so
gut
auf
Böhle.
Es
hat
alles
so
viel.
so
verschwörerisch
auftreten.
Und
hat
dann
irgendwo
irgendwelche
Unterlagen
in
die
Hand
gedrückt.
Diese
Unterlagen.
Ich
hab
einfach
mal
reingeschaut.
Aber
ich
hab
da
nicht
weiter.
Ich
an
die
Inhalte
keine
Erinnerung
mehr,
weil
sie
einfach
so
bedeutungslos
wurden.
Und
mein
Vater
hat
sich
in
meiner
Gegenwart
mehrfach
sehr
abfällig
über
den
Langemann
geäußert,
der
wohl
auf
Betreiben
des
früheren
Finanzministers
Huber
ins
Innenministerium
gekommen
ist.
Auf
etwas
merkwürdigen
Wegen,
der
dann
Sicherheitsabteilung
und
aus
dieser
dann
wiederum
die
die
Ermittlungen
übernommen
hat
und
der
Langemann
selber
wohl
ziemlich
weit
im
weit
rechten
Spektrum
zuzuordnen.
Aber
nicht
im
Sinne
einer
Wehrsportgruppe,
sondern
eher
so,
so.
So
wie
die
italienische
Freimaurerloge
Pädo
wirklich
ist.
Das
war
so
eher.
Er
wäre
so
eher
seine
geistige
Richtung
gewesen.
Es
ist
sicherlich
nicht
mit
dem.
Mit
diesem
primitiven.
Hoffmann
und.
Ich
weiß
nicht,
was
da
insgesamt
gelaufen
ist.
Es
gibt
nur
einen
Grundwiderspruch.
Sag
ich
nochmal.
Die
Bombe
war
zu
professionell
gemacht
und
sie
hat
den
Attentäter
getötet.
Dasselbe
garantiert
nicht
sterben
wollte
bei
der
Aktion.
Diesen
Widerspruch
hat
nur
keiner
aufgelöst.
Lange
Jahre
verdränge
ich
den
Anschlag,
wenn
überhaupt,
rede
ich
darüber,
wie
über
eine
spannende
Episode
in
meinem
Leben.
Aber
wenn
es
irgendwo
knallt,
wenn
ein
Militär
Flieger
die
Schallmauer
durchbricht
oder
wenn
auch
nur
eine
schwere
Tür
zu
kracht,
dann
ist
alles
wieder
da.
Und
langsam
lasse
ich
mich
auch
drauf
ein,
wehre
mich
nicht
mehr
gegen
die
Bilder
in
meinem
Kopf.
An
den
Jahrestagen
des
Anschlags
gibt's
immer
wieder
neue
Berichte
darüber.
Sehr
schnell
hatte
man
sich
damals
auf
die
Theorie
des
Einzeltäters
versteift.
Die
Ermittlungen
wurden
nach
nur
zwei
Jahren
abgeschlossen.
Aber
viele
können
das
bis
heute
nicht
glauben.
Der
Autor
und
Journalist
Ulrich
Chaussy
hat
sich
in
das
Thema
eingegraben.
Er
hat
recherchiert
und
nachgebohrt,
hat
neue
Zeugen
gefunden
und
zusammen
mit
anderen
Zweiflern
erreicht,
dass
die
Ermittlungen
wieder
aufgenommen
werden.
Über
seine
Erkenntnisse
hat
er
ein
Buch
geschrieben.
In
der
Zeitung
ist
ein
Bild
davon
abgedruckt.
Das
Buch
ist
rot
mit
schwarzer
Schrift.
Oktoberfest.
Das
Attentat
lautet
der
Titel.
Und
darüber
ist
ein
Schwarz-Weiß-Foto.
Es
zeigt
zwei
junge
Mädchen,
die
sich
um
eine
Verletzte
kümmern.
Eins
hält
den
Kopf
der
Frau,
das
andere
mit
langen
blonden
Haaren
blickt
in
Richtung
Kamera.
Tatsächlich
aber
auf
den
Attentäter,
der
da
tot
am
Boden
liegt.
Für
das
Titelfoto
des
Buches
ist
das
Bild
an
dieser
Stelle
abgeschnitten.
Man
kann
die
Leiche
nicht
sehen,
aber
ich
weiß,
dass
sie
da
liegt.
Ich
schaue
mir
auf
dem
Foto
selbst
ins
Gesicht.
Ich
kann
dieses
Gefühl
schwer
beschreiben.
Aber
jetzt
hab
ich
einfach
keine
Chance
mehr,
irgendetwas
zu
verdrängen.
Ich
rufe
Ulrich
Chaussy
an
und
melde
mich
als
das
blonde
Mädchen
auf
seinem
Buchcover.
Wir
treffen
uns
und
da
hört
sich
meine
Geschichte
an.
Es
ist
anders,
wenn
ich
die
Geschichte
jemandem
erzähle,
der
sie
in
den
großen
Gesamtzusammenhang
setzen
kann,
der
meine
kleinen
Puzzleteilchen
einordnet
in
das
ganze
große
Bild.
Ich
denke,
ich
habe
nichts
Wichtiges
zu
erzählen,
nur
meine
eigene,
ganz
persönliche
Geschichte.
Ich
kam
mir
erst
nach
der
Explosion
dazu,
habe
nicht
gesehen,
ob
und
mit
wem
sich
der
Attentäter
vorher
getroffen
hat.
Aber
ganz
so
ist
es
offenbar
doch
nicht.
Ein
Detail
scheint
doch
wichtig
zu
sein.
Die
Hand,
dieser
eine
kleine
Fleischverzehr
mit
dem
Finger
dran,
auf
den
ich
getreten
bin.
Er
untermauert
offenbar
die
These,
dass
es
doch
mehr
als
einen
Täter
gegeben
haben
muss
die
Hand
Nach
dem
Anschlag
wurde
in
der
Nähe
eine
andere
Hand
gefunden,
eine
ganze
Hand
kaum
beschädigt.
Und
obwohl
die
Fingerabdrücke
und
die
anderen
Hinweise
nicht
zum
Attentäter
passen,
wird
diese
Hand
ihm
zugeordnet.
Auch
ein
Sprengstoff
Experte
bezweifelt,
dass
nach
seiner
Ansicht
müsste
die
Hand
des
Attentäters
in
alle
Einzelteile
zerfetzt
sein,
so
wie
eben
das
Stückchen,
auf
das
ich
getreten
bin.
Aber
auch
das
taucht
in
keinem
Bericht
auf.
1982
werden
die
Ermittlungen
beendet.
Gundolf
Köhler
habe
alles
allein
gemacht,
die
Bombe
gebaut,
nach
München
gebracht
und
gezündet.
Warum
er
selber
mit
in
den
Tod
gerissen
wurde,
blieb
ungeklärt.
Akte
zu
Fall
erledigt.
Nur
nicht
Anwalt
Dietrich
verdienen.
Fängt
es
da
erst
an?
Die
Haupt
Vorwürfe
gegen
die
Ermittler
bringt
er
so
auf
den
Punkt.
Die
Ermittler
haben
sich
zu
früh
auf
die
These
Gundolf
Köhler
alleine
festgelegt
und
haben
sozusagen
alles,
was
auf
Mittäterschaft
von
anderen
Personen
hingedeutet
hat.
Haben
Sie
eigentlich
Ausgeblendeten?
Damals
schon.
Das
bedeutet,
sein
Umfeld
ist
nicht
gründlich
durchleuchtet
worden.
Die
Verbindungen,
die
die
Köhler
sonst
zu
anderen
Gruppen
gehabt
hat,
oder
beispielsweise
die
Fahrten
in
die
Schweiz
oder
so,
das
ist
alles
nur
am
entweder
gar
nicht
aus
eruiert
worden
oder
nur
am
am
Rande
behandelt
worden.
Das
ist
so
der,
der.
Der
Hauptvorwurf.
Dass
man
zu
schnell.
Auf.
Auf
diese
einzeltäter
these
und
die
privat
individuelle
motivation.
Aufgesprungen
ist.
Und
alles
weitere.
Ob
möglicherweise
sonstige
Hintermänner
noch
da
sind
oder
Gruppen,
die
davon
gewusst
haben
oder
mitgemacht
haben
oder
wo
er
konkret
die
Einzelteile
der
der
der
Bombe
her
gekriegt
hat.
Das
hätte
man
damals
sicherlich
gründlicher
ermitteln
können
und
hätte
da
auch
mehr
rausbekommen
können.
Bei
der
Polizei
gemeldet
habe
ich
mich
nicht,
dazu
erschienen
mir
meine
Erlebnisse
zu
unwichtig
und
es
hat
mich
auch
niemand
gefragt.
Aber
es
wäre
auch
nicht
sehr
schwer
gewesen,
mich
zu
finden.
Die
Daten
meiner
Freundin
hatten
sie
ja.
Sie
hatte
einen
Schock
erlitten
und
zählte
damit
zu
den
Verletzten,
die
behandelt
wurden.
Und
irgendein
Journalist
einer
Tageszeitung
hat
sich
auch
bei
mir
gemeldet.
Er
hat
mich
ja
auch
gefunden.
Aber
dafür
erzähle
ich
meine
Geschichte
jetzt
hier.
Vielleicht
hört
sie
ja
Gitti,
die
wir
später
vergeblich
in
den
Krankenhäusern
gesucht
haben
Ich
würde
mich
freuen
zu
erfahren,
wie
es
ihr
heute
geht.
Und
vielleicht
hört
sie
ja
auch
der
Mann
mit
dem
Schäferhund.
Wenn
ich
an
ihn
denke,
kommen
mir
heute
noch
die
Tränen.
Autor
Ulrich
Chaussy
schreibt
weiter
über
das
Oktoberfestattentat.
Dieser
Tage
erscheint
sein
neues
Buch.
Titel
Das
Oktoberfestattentat
und
der
Doppelmord
von
Erlangen.
Der
Rechtsanwalt
Werner
Dietrich
hat
nach
jahrzehntelangem
Nachbohren
erreicht,
dass
die
Bundesanwaltschaft
die
Ermittlungen
noch
einmal
begonnen
hat.
Dass
der
jetzige
bayerische
Innenminister
ihn
dabei
unterstützte,
dürfte
wohl
geholfen
haben.
Mit
den
neuen
Ermittlungen
ist
der
Anwalt
zufrieden.
Auch
wenn
die
Hintermänner
nach
der
langen
Zeit
nicht
mehr
enttarnt
werden
konnten.
Das
Verfahren
ist
jetzt
mit
dem
Ergebnis,
dass
seit
dem
6.
Juli
bekannt
ist,
eingestellt.
Die
Bundesanwaltschaft
hat
gesagt
Wir
haben
keinen
anderen
Täter
gefunden,
keine
weiteren
Täter.
Aber
ob
es
weitere
gibt,
ist
eine
offene
Frage.
Es
kann
sein,
dass
jemand
auf
dem
Totenbett
nochmal
ein
Geständnis
ablegt.
Aber
mit
dem
jetzt
noch
möglichen
Ermittlungs
Aufwand,
der
sehr
gründlicher
Weise
und
kompetent
betrieben
wurde,
konnte
man
nichts
weiter
rausbekommen.
Ich
gehe
seitdem
nicht
mehr
gerne
auf
das
Oktoberfest.
Lange
bin
ich
gar
nicht
mehr
gegangen.
Aber
jetzt
hab
ich
Kinder.
Da
kommt
man
nicht
drumrum.
Ich
bin
inzwischen
sogar
auch
schon
mal
wieder
durch
den
Haupteingang
gegangen.
Kein
besonders
schönes
Gefühl.
Aber
es
sieht
jetzt
alles
anders
aus
als
damals.
Kein
Kopfsteinpflaster
mehr.
Die
Straße
davor
wurde
neu
asphaltiert
und
dort,
wo
der
Papierkorb
mit
der
Bombe
war,
ist
jetzt
eine
Gedenkstätte.
Die
Ermittlungen
zum
Oktoberfestattentat
sind
erneut
eingestellt
worden.
Es
sei
zu
lange
her,
um
noch
Neues
herauszufinden,
heißt
es.
Das
ist
also
keineswegs
ein
für
die
Mandanten,
für
die
Opfer
ein
abgeschlossener
Sachverhalt,
sondern
bei
Oktoberfest.
Denken
Sie
natürlich
immer
noch
an
dieses
Lebensereignisse
Attentat
und
das
beeinträchtigt
heute
immerhin
die
These,
ein
liebeskranken
Einzeltäter
hätte
sich
den
Frust
von
der
Seele
gesprengt.
Ist
widerlegt.
Der
Anschlag
auf
das
Oktoberfest
am
26.
September
1980
wird
jetzt
ganz
offiziell
als
rechter
Terrorakt
eingestuft.
Für
die
Opfer
bedeutet
das,
dass
ihnen
damit
endlich
eine
Entschädigung
zusteht.
Aus
einem
extra
Fonds
für
Terroropfer.
Das
ist
gut.
Der
Bund
und
die
Stadt
München
haben
den
Opfern
schon
vor
längerer
Zeit
Entschädigungen
bezahlt.
Und
jetzt,
zum
40.
Jahrestag
des
Oktoberfest
Anschlags
hat
auch
der
Freistaat
Bayern
500
000
Euro
zum
Opfer
Form
beigesteuert.
Innenminister
Herrmann
Ich
freue
mich
sehr
über
die
klare
Entscheidung
der
bayerischen
Staatsregierung,
dass
wir
uns
an
einem
gemeinsamen
Fonds
für
die
Opfer
des
schrecklichen
Oktoberfestattentat
1980
beteiligen,
gemeinsam
mit
dem
Bund
und
der
Landeshauptstadt
München.
Es
gibt
Hinterbliebene,
es
gibt
damals
schwerverletzte
Opfer,
die
auch
heute
noch
schwer
an
den
Folgen
dieses
Attentat
zu
tragen
haben.
Und
denen
müssen
wir
wenigstens
eine
etwas
stärkere
finanzielle
Entlastung
zukommen
lassen.
Deshalb
ist
das
eine
wichtige
und
richtige
Entscheidung.
Anlässlich
des
vierzigsten
Jahrestages
dieses
schrecklichen
Attentats.
Aber
es
sind
noch
viel
zu
viele
Fragen
offen.
Wie
kann
es
sein,
dass
wichtige
Beweisstücke
spurlos
verschwunden
sind
oder
sogar
einfach
vernichtet
wurden,
wo
doch
sonst
als
Erwarte
oft
jahrzehntelang
aufbewahrt
werden,
um
sie
vielleicht
später
mit
neuen
Methoden
nochmal
zu
untersuchen?
Was
hätte
man
damit
den
jetzigen
forensischen
Möglichkeiten
alles
herausfinden
können?
Welche
Rolle
hatten
die
Behörden
damals
bei
den
großen
Ermittlungs
Fehlern?
Wer
hat
die
Ermittlungen
behindert
und
den
rechten
Hintergrund
vertuscht?
Und
wer
hat
dem
Attentäter
damals
geholfen?
Sind
die
Hintermänner
möglicherweise
noch
heute
aktiv?
Man
kann
nicht
völlig
zufrieden
sein.
Man
wird
mit
ein
bisschen
ja
bedauern,
dass
da
nicht
noch
mehr
Kriminologische
möglich
ist.
Tatsächlich
jetzt
aber
wohl
den
Aktendeckel
schließen
müssen.
Irgendeiner
weiß
es.
Und
ich
gebe
die
Hoffnung
nicht
auf,
dass
es
vielleicht
erst
in
ein
paar
Jahren
doch
noch
Antworten
geben
wird.
Der
schwerste
Anschlag
in
der
Geschichte
der
Bundesrepublik
40
Jahre.
Ein
trauriger
Jahrestag.
Geheimakten
Oktoberfestattentat
Ein
Podcast
von
Antenne
Bayern.
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See below for the full transcript

Eine gewaltige Explosion reißt 13 Menschen in den Tod. Also wenn ich damals nicht etwas länger vor so einem wilden Karussell stehengeblieben wäre, dann wäre ich möglicherweise nicht mehr am Leben. Mein Name ist duelliert, Marischka. Ich arbeite bei Antenne Bayern in der Nachrichtenredaktion und das Oktoberfestattentat ist auch Teil meiner ganz persönlichen Geschichte rechtsextremer Terror auf der Theresienwiese. Die Bilder von damals bleiben immer in meinem Kopf. Heute, vier Jahrzehnte später, gibt es noch immer unzählige Fragen. Ich bin Christoph Lemmer. Ich begleite durch diesen Podcast und begebe mich auf Spurensuche. Denn es wurden Beweise vernichtet und Zeugen ignoriert. Was wussten Geheimdienste und Spitzenpolitiker? Der schwerste Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik 40 Jahre. Ein trauriger Jahrestag. Geheimakten Oktoberfestattentat. Ein Podcast von Antenne Bayern. Episode 2. Freitag, der 26. September 1980. Wie lange ist das schon wieder her? Und trotzdem sehe ich einige Bilder noch ganz genau in meinem Kopf. Immer noch irre ich in dem Bereich herum, den die Polizei abgesperrt hat. Rund um den Tatort. Mir geht's gut. Ich habe nicht mal eine kleine Schramme abbekommen. Viel schlimmer geht's den Menschen, die überall auf dem Boden liegen, um mich herum. Ich stehe plötzlich in einer kleinen Gruppe, die bei einer verletzten Frau kniet. Daneben liegt, starr vor Schreck und ebenfalls blutend. Ein großer Schäferhund, der seinen Kopf auf den Boden drückt. Ein Mann spricht mich an, ob ich mich bitte um seinen Hund kümmern könnte. Er selbst müsse bei seiner verletzten Frau bleiben und sein Kind suchen. Ich glaube, er sprach von seiner Tochter, die auch irgendwo liegen muss. Der Mann drückt mir seine Visitenkarte und 50 Mark in die Hand und dann hebt er mir dieses riesen Tier auf den Arm. Der Hund hält total still, wehrt sich nicht und lässt alles mit sich geschehen. Ich habe zu der Zeit selbst einen großen Schäferhund. Den hätte ich nie tragen können. Viel zu schwer. Unglaublich, welche Kräfte man entwickelt, wenn es darauf ankommt. Überraschend schnell wurden die Ermittlungen zum schlimmsten Terrorattentate der deutschen Nachkriegsgeschichte eingestellt. Das Ergebnis war bequem. Der 21 jährige Geologie Student Gundolf Köhler aus Donaueschingen habe alles allein gemacht, den Plan geschmiedet, die Bombe gebaut, den Anschlag verübt, sich selbst versehentlich mit in die Luft gesprengt, zufällig eine Woche vor der Bundestagswahl. Die abgerissene Hand eines Möglichen mit Täters wurde vernichtet, bevor man DNA-Spuren sichern konnte. Und sie waren nicht das einzige Beweisstück, das den Ermittlern abhanden kam. Es fehlten zum Beispiel auch Dutzende Zigarettenkippen aus dem Auto, mit dem Gundolf Köhler von Donaueschingen nach München gefahren war. Sechs unterschiedliche Marken, mutmaßlich erst kurz vor dem Anschlag geraucht. Das Auto gehörte Köhlers Vater. Der war Nichtraucher und hatte verboten, dass in seinem Auto geraucht wird. Als Zigarettenstummel klebt Speichel Speichel mit DNA Fragmenten. Man hätte herausfinden können, wer diese Zigaretten geraucht hat. Hätte, wenn die Kippen nicht auch verschwunden wären. Verrückt? Oder hat sich da jemand bemüht, Spuren zu verwischen? Jemand, der mächtig genug war und dazu in der Lage? Jemand, der nicht wollte, dass die Hintergründe aufgeklärt werden. Jemand, der nicht wollte, dass Hintermänner Köhlers gefunden werden. Oder jemand, der Verschwörungstheorien befeuern wollte. Max Yusef Strauß ist einer von denen, die diese Frage nie losgelassen hat. Nur stimme ich der These nicht zu, dass das alleine die Rechtsradikalen waren. Das ist für mich ich glaube, dass es eine Involvierung der DDR und deren Auslandsgeheimdienst gibt. Gibt es irgendetwas, was sie dazu bringt zu dieser Vermutung? Es ist relativ einfach. Das war ein perfekter Mord. Ich glaube nicht, dass es bei den Rechtsradikalen und bei Köhler selbst dem Attentäter selbst das technische Know how gab, eine Bombe zu erzeugen, die mit Sicherheit den Täter auch tötet. Ein Beweis dafür gibt's nicht, sagt Max Josef Strauß auch selber. Freilich ein Beweis für eine andere Version gibt's auch nicht. Also wie könnte das gewesen sein? Für mich ist die Frage nicht zu beantworten die die Professionalität, so eine Bombe zu bauen, die die Stadt Spuren perfekt verschleiert hat? Sie hatten einen Attentäter, der garantiert nicht Selbstmord begehen wollte. Der ist es, der mit Sicherheit selber die Bombe nicht so gebaut hat, dass er selber umkommt. Schlagendes Argument der macht eine Woche vorher noch einen Bausparvertrag, obwohl er finanziell knapp war. Und sollte auch noch. Ja, ja. Also das ist die Zukunft zu Zukunftshoffnung schlechthin. Ja und dann gibt's ja diverse andere Anzeichen. Auch Sanger sagen alle Ja, wieso zündet der eine Bombe vor, der von der Bauart her er selber beim Zünden umkommen muss? Die Frage kann bis jetzt niemand richtig beantworten. Dann sage ich nur Okay, wer kann da der Täterkreis? Welcher kann das sein? Und da ist natürlich die Hoffer auf die erste Adresse. Muss aber klar sagen Meine Theorie und so weiter hat den Nachteil, dass unter anderem auch durch den nachlässigen Ermittlungen in der ganzen Angelegenheit und die Fokussierung auf diese ein Täter theoria ist, hierfür keine Tatsachen gibt, die man, die man in irgendeiner Form also keine harten Tatsachen hat. Das sind jetzt Schlüsse, die ich ziehe. Die und natürlich ist es auch so gewesen, dass die schlimmsten Taten des DDR Auslandsgeheimdienst der HV A mit Sicherheit schon ganz am Anfang vernichtet wurden und zwar mit entsprechender Gründlichkeit vernichtet wurden. Strauß vertritt freilich eine Außenseiter Theorie. Ermittler, Nebenkläger, Autor Chaussy und auch der heutige bayerische Innenminister Joachim Herrmann halten das Wisen Attentat für das Werk eines oder mehrerer Rechtsextremisten. Wir haben eine klare Erkenntnis Gundolf Köhler hat wohl klar auch aus rechtsextremistischen Motiven heraus diesen Anschlag begangen. Die Fragen, ob er dabei Mittäter hatte und ähnliches konnten nicht abschließend beantwortet werden. Jedenfalls gibt es keine Belege dafür, keine wirklichen Beweise. Insofern bleibt die Frage des Einzeltäters zunächst einmal im Raum. Keine Ahnung, wie ich das jetzt schaffe, aber ich gehe mit diesem großen Schäferhund auf dem Arm an der Absperrung entlang und frage ein paar Menschen, ob sie mir helfen können. Alle starren mich nur erschrocken an oder drehen sich weg. Kaum einer antwortet Dem Tier läuft das Blut hinten am Bein runter. Zwei Polizisten heben die Plastik Absperrung hoch, um mich durchzulassen und nehmen uns mit. Der blutende Hund in Schockstarre und ich auf dem Rücksitz in einem Polizeiauto mit Blaulicht bringen sie uns zur Tierklinik am Englischen Garten. Die Schranke ist zu. Über die Gegensprechanlage will uns der Nachtfahrt nicht reinlassen. Er hat noch nichts von einer Explosion auf der Wisen gehört. Facebook, Internet all das gibt's ja noch gar nicht. München hat von dem Attentat noch nichts mitbekommen. Erst als die zwei Polizeibeamten die Sirene an ihrem Auto aufheulen lassen, geht die Schranke hoch. Der Notdienst bringt den Hund sofort in den OP ein. Bomben Splitter hat ihn offenbar am hinteren Oberschenkel getroffen. Aber es scheint nicht allzu schlimm zu sein. Die Tierärzte beruhigen mich und schicken mich heim. Rechtsextremisten. Rechtsradikale Täter Gundolf Köhler war Rechtsextremist, Wehrsportgruppe Hoffmann. Bei denen hatte er zu tun. Es wird Zeit, sich mit der militanten Szene der damaligen Zeit zu beschäftigen und einem Mann, der jahrelang als Deutschlands militantes Der Nazi galt. Karl-Heinz Hoffmann, der, der die Wehrsportgruppe gründete, eine Gruppe, die wenige Monate vor dem Attentat von der Bundesregierung verboten wurde, gegen den Willen der damaligen bayerischen Regierung unter ihrem Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß. Heute sieht man, dass in München nachträglich als Fehler, sagt der jetzige Innenminister Joachim Herrmann. Man muss heute auch klar sagen, dass auch in der Bewertung der Wehrsportgruppe Hoffmann, wie intensiv die Verbindungen zu Gundolf Köhler war, sicherlich auch damals 89 in Bayern Fehler gemacht wurden. Franz-Josef Strauß war ein großartiger Ministerpräsident, aber auch in der politischen Bewertung dieser Werte Sportgruppe In der Gefährlichkeit hat er sich ganz eindeutig geirrt. Der Bundesinnenminister Baum hat die Wehrsportgruppe Hoffmann im Frühjahr 1980 verboten. Und das war richtig so. Und wir müssen ja vor allen Dingen sehen Ja, nur einen relativ kurzen Zeitraum. Nach diesem Oktoberfestattentat ist er dann im Dezember 1980, dieser schreckliche Mord an Shlomo und Frieda Peschke in Erlangen verübt worden. Da war dann die Zuordnung klar ein Täter, der unmittelbar aus der Wehrsportgruppe Hoffmann stammte, der dann auch später selbst zu Tode kam. Und da muss man natürlich insgesamt schon sehen, was hier rund um jedenfalls diese Wehrsportgruppe Hoffmann sich offensichtlich an ja auch hochgefährlichen Entwicklungen in puncto Rechtsextremismus und brutaler Gewalt entwickelt habe. Dass die Staatsregierung das damals, 1980, noch nicht so sah, das ist heute unumstritten. Anwalt Dietrich sieht darin eine der Gründe für die schwierigen Ermittlungen und die vielen bis heute ungeklärten Details. Politisch wird organisierter Rechtsradikalismus in Deutschland, speziell in Bayern, nicht gern gesehen. Das war so damals selbst diese hochgefährliche Gruppe. Hoffmann wurde von Strauß und Tandler und allen anderen systematisch verharmlost als Spinner, die mit Holz warfen und mit Uniform im Wald trainieren. Wenn sie das wollen, sollen sie das machen. So wurde es gesagt. Und wenn es wirklich organisierten Rechtsradikalismus in Deutschland geben sollte, dann sind das Gruppen, die vom KGB oder aus der DDR finanziert oder initiiert wurden. Das war die gängige Einschätzung bzw. auch die Handlungsanweisung für die einzelnen Polizeistationen oder Staatsanwaltschaften, wie man gegenüber Rechten vorgehen soll, nämlich anders als bei den Linken. Bei Linken war es immer der. Der Zusammenhang. Die. Die. Die Gruppenzugehörigkeit. Die kriminelle oder terroristische Vereinigung. Kann man dutzende von Beispielen. Wenn bei Rechten war es immer der verwirrte Einzeltäter, die Amok tat mit Privaten privat, mit privater Motivation. Und das deswegen beispielsweise auch gerade in Bayern, aber auch in anderen Bundesländern, weil man vorher immer gesagt hat, es gibt in Deutschland oder in Bayern keinen organisierten Rechtsradikalismus. Inzwischen ist auch in der Tierklinik große Hektik ausgebrochen. Als ich rausgehe, steht da ein Pferd, ein Schimmel. Ganz ruhig, aber mit weit aufgerissenen, panischen Augen und einem Golfball großen Loch in der Seite. Kein Blut. Der Schimmel hatte mit seinem Kutscher vor dem Haupthaus Gang der Wiesen auf Kunden gewartet, als die Bombe hochging. Irgendwo habe ich später gelesen, dass das Pferd nicht mehr gerettet werden konnte. Ich habe keine Ahnung mehr, wie ich an diesem Abend nach Hause gekommen bin. Bombenleger Köhler habe die anstehende Bundestagswahl manipulieren wollen, sagen die Behörden heute. Sollte Köhler Hintermänner gehabt haben, dann gelte das für die natürlich auch. Und genau darum, sagt der Rechtsextremist Hoffmann habe ja eben gerade kein Motiv gehabt. Jeder wusste doch, dass mir die Demokratie sozusagen am Arsch vorbeigeht. Mich haben doch die Wahlen überhaupt nicht interessiert. Ich war nie in einer Partei. Ich habe nie für eine Partei Stellung genommen, schon gar nicht für den Strauß. Wer bin ich denn? Und der Köhler, wenn er denn der Rechtsextremist gewesen wäre, dann hätte er doch an einem Wahlergebnis auch kein Interesse gehabt. Was ja aufschlussreich ist. Da antwortet der Wehrsportgruppe Hoffmann für seinen toten Kameraden Köhler quasi gleich mit, von dem er sich irgendwie immer zu distanzieren versucht habe, der halt nur vereinzelt mal bei ihm bei Sport Übungen dabei gewesen sei, der vielleicht gern mehr gewesen wäre, den er Hoffmann aber nicht gelassen habe. Köhler hat mir irgendwann mal auch lange zurückliegen einen Brief geschrieben und hat sich erboten, in seinem Heimat Bereich eine Wehrsportgruppe aufzubauen. Ja, das ist natürlich eine tolle Sache. Nein, ist es nicht, weil man meine Antwort verschweigt. Ich habe sofort geantwortet Habe ich jetzt. Kommt nicht in Frage. Ich will das nicht. Das gehört doch dazu. Und das ist die Schweinerei an der Janze. Und das haben sie immer so gemacht. Haben Sie vor diesem Schreiben, das Sie dem Köhler geschickt haben, noch eine Kopie, aber jedenfalls nicht griffbereit. Nein, eigentlich nicht. Ich habe das nicht. Aber die Behörden haben es. Die nächsten Tage sind die Nachrichten voll. 13 Menschen sind gestorben. Zu den vielen Verletzten zählt auch meine Freundin. Nachdem wir Kitty geholfen und uns dann aus den Augen verloren hatten, musste sie mit einem Schock in einem Krankenwagen versorgt werden. Die Jungs hatten Gott sei Dank nichts abbekommen. Sie haben im Gegensatz zu mir sehr schnell gerafft, dass es eine Explosion gab und sich dann in Sicherheit gebracht, bevor vielleicht noch mehr passiert. Später haben wir ihr lange bei Kerzenschein zusammengesessen und versucht zu verstehen. Und jeder von uns hat sich Vorwürfe gemacht. Zu wenig gefühlt, zu viel gefühlt, nicht geholfen oder falsch geholfen. Nicht cool genug gewesen zu sein oder zu cool. Merkwürdig, wie man bei sich selbst die Schuld sucht, wenn man etwas nicht begreifen kann. Ein paar Tage vergehen. Der Alltag hat mich wieder. Meine Teenager Welt rückt sich fast wieder ein bisschen gerade die 50 Mark, die mir der Hundebesitzer in die Hand gedrückt hatte, die werden in der Schule in der Umkleidekabine beim Sportunterricht geklaut. Und deshalb drücke ich mich auch davor, mich bei dem Mann zu melden. Eigentlich hätte ich gerne das Geld zurückgegeben. Und es ist mir peinlich, dass jetzt nicht mehr habe. Aber irgendwann rufe ich doch an, freue mich, ihm sagen zu können, dass es seinem Hund gut geht und erwarte eine ebenso gute Nachricht, als ich mich nach seiner Frau und seinem Kind erkundige. Und es ist erst dieser Moment, indem er die ganze Katastrophe wirklich bewusst wird, indem aus Opferzahlen Schicksale werden. Der Mann, dem ich die gute Nachricht über seinen Hund überbringe, ringt nach Worten. Sein Kind hat den Anschlag nicht überlebt, mir und seine Frau ist schwer verletzt. Wie verabschiedet man sich nach so einem Telefonat? Alles Gute! Wie grotesk die Ermittlungen liefen, während die Opfer gerade begraben waren oder überhaupt begannen, den Schrecken zu verarbeiten. Wie aberwitzig gerade Geheimdienstler vorgingen, das zeigt das Beispiel von Hans Langemann. Langemann war Abteilungsleiter im bayerischen Innenministerium und Chef des Landes Verfassungsschutzes. Langemann lebt schon lange nicht mehr. Aber jeder, der sich mit dem Wisen Attentat näher beschäftigt hat, kennt seinen Namen auch Autor Ulrich Chaussy. Dr. Hans Langemann war ein Agent des BND, der dann zur Olympiade wechselte wurde der Sicherheits als Beauftragter der Olympischen Spiele und dann wechselte er ins bayerische Innenministerium als sogenannter Staatsschutz Chef. Das hieß, er war der politische Aufseher des Bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz. Schon gleich nach dem Anschlag lag der Verdacht nahe, dass der Bombenanschlag politisch motiviert sein könnte. Über ein Behoerden weites Daten Netzwerk stieß Langemann auf den Namen Gundolf Köhler. Erste Informationen über Köhlers rechtsextreme Gesinnung und seine dubiosen Kontakte zu Hoffmann. Daraufhin ist das Verfahren überhaupt erst vom Generalbundesanwalt, also vom obersten politischen Staatsanwalt, der für Extremismus Taten allein zuständig ist, an sich gezogen worden. Und das erste, was der gesagt hat absolute Nachrichtensperre. Dass die dann von dem von dem Staatsschützer gebrochen wird, das ist schon merkwürdig. Denn Langemann gab ausgewählten Reportern Tipps, etwa einer Illustrierten, die heute nicht mehr existiert. Die Quick ein eher krawallig Scandal Blatt Langemann verriet Reportern Köhlers Namen und die Namen und Anschriften seiner Familie und seiner Freunde. Im Nu waren die Journalisten vor Ort. Alle Namen waren schlagartig öffentlich bekannt. Jeder aus Köhlers Umfeld konnte sich ausrechnen, dass die Polizei demnächst bei ihm erscheinen würde. Wer etwas zu beseitigen hatte, der hatte jetzt die Gelegenheit dazu. Ausgerechnet Geheimdienstmann Langemann hatte dafür gesorgt. Max Josef Strauß, der Sohn des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten, kannte Langemann, erinnert sich Also ich habe ihn ein paarmal Grüß Gott gesagt. tat fürchterlich verschwörerisch auf und mit dem höheren Wissen ausgestattet. Und er hat in gewissen Abständen immer irgendwelche geheimen Unterlagen bei meinem Vater durch persönliche Übergabe sozusagen abgegeben. Ja, sag ich bei meinem Vater. Diese persönliche Übergabe fand bei uns zu Hause statt. Sprich der tauchte dort auf. Ja, und das war schon fast Slapstick artigen, sich so ein Film zu vorstellen. Wie sieht ein Geheimdienstler aus? Das hat alles so gut auf Böhle. Es hat alles so viel. so verschwörerisch auftreten. Und hat dann irgendwo irgendwelche Unterlagen in die Hand gedrückt. Diese Unterlagen. Ich hab einfach mal reingeschaut. Aber ich hab da nicht weiter. Ich an die Inhalte keine Erinnerung mehr, weil sie einfach so bedeutungslos wurden. Und mein Vater hat sich in meiner Gegenwart mehrfach sehr abfällig über den Langemann geäußert, der wohl auf Betreiben des früheren Finanzministers Huber ins Innenministerium gekommen ist. Auf etwas merkwürdigen Wegen, der dann Sicherheitsabteilung und aus dieser dann wiederum die die Ermittlungen übernommen hat und der Langemann selber wohl ziemlich weit im weit rechten Spektrum zuzuordnen. Aber nicht im Sinne einer Wehrsportgruppe, sondern eher so, so. So wie die italienische Freimaurerloge Pädo wirklich ist. Das war so eher. Er wäre so eher seine geistige Richtung gewesen. Es ist sicherlich nicht mit dem. Mit diesem primitiven. Hoffmann und. Ich weiß nicht, was da insgesamt gelaufen ist. Es gibt nur einen Grundwiderspruch. Sag ich nochmal. Die Bombe war zu professionell gemacht und sie hat den Attentäter getötet. Dasselbe garantiert nicht sterben wollte bei der Aktion. Diesen Widerspruch hat nur keiner aufgelöst. Lange Jahre verdränge ich den Anschlag, wenn überhaupt, rede ich darüber, wie über eine spannende Episode in meinem Leben. Aber wenn es irgendwo knallt, wenn ein Militär Flieger die Schallmauer durchbricht oder wenn auch nur eine schwere Tür zu kracht, dann ist alles wieder da. Und langsam lasse ich mich auch drauf ein, wehre mich nicht mehr gegen die Bilder in meinem Kopf. An den Jahrestagen des Anschlags gibt's immer wieder neue Berichte darüber. Sehr schnell hatte man sich damals auf die Theorie des Einzeltäters versteift. Die Ermittlungen wurden nach nur zwei Jahren abgeschlossen. Aber viele können das bis heute nicht glauben. Der Autor und Journalist Ulrich Chaussy hat sich in das Thema eingegraben. Er hat recherchiert und nachgebohrt, hat neue Zeugen gefunden und zusammen mit anderen Zweiflern erreicht, dass die Ermittlungen wieder aufgenommen werden. Über seine Erkenntnisse hat er ein Buch geschrieben. In der Zeitung ist ein Bild davon abgedruckt. Das Buch ist rot mit schwarzer Schrift. Oktoberfest. Das Attentat lautet der Titel. Und darüber ist ein Schwarz-Weiß-Foto. Es zeigt zwei junge Mädchen, die sich um eine Verletzte kümmern. Eins hält den Kopf der Frau, das andere mit langen blonden Haaren blickt in Richtung Kamera. Tatsächlich aber auf den Attentäter, der da tot am Boden liegt. Für das Titelfoto des Buches ist das Bild an dieser Stelle abgeschnitten. Man kann die Leiche nicht sehen, aber ich weiß, dass sie da liegt. Ich schaue mir auf dem Foto selbst ins Gesicht. Ich kann dieses Gefühl schwer beschreiben. Aber jetzt hab ich einfach keine Chance mehr, irgendetwas zu verdrängen. Ich rufe Ulrich Chaussy an und melde mich als das blonde Mädchen auf seinem Buchcover. Wir treffen uns und da hört sich meine Geschichte an. Es ist anders, wenn ich die Geschichte jemandem erzähle, der sie in den großen Gesamtzusammenhang setzen kann, der meine kleinen Puzzleteilchen einordnet in das ganze große Bild. Ich denke, ich habe nichts Wichtiges zu erzählen, nur meine eigene, ganz persönliche Geschichte. Ich kam mir erst nach der Explosion dazu, habe nicht gesehen, ob und mit wem sich der Attentäter vorher getroffen hat. Aber ganz so ist es offenbar doch nicht. Ein Detail scheint doch wichtig zu sein. Die Hand, dieser eine kleine Fleischverzehr mit dem Finger dran, auf den ich getreten bin. Er untermauert offenbar die These, dass es doch mehr als einen Täter gegeben haben muss die Hand Nach dem Anschlag wurde in der Nähe eine andere Hand gefunden, eine ganze Hand kaum beschädigt. Und obwohl die Fingerabdrücke und die anderen Hinweise nicht zum Attentäter passen, wird diese Hand ihm zugeordnet. Auch ein Sprengstoff Experte bezweifelt, dass nach seiner Ansicht müsste die Hand des Attentäters in alle Einzelteile zerfetzt sein, so wie eben das Stückchen, auf das ich getreten bin. Aber auch das taucht in keinem Bericht auf. 1982 werden die Ermittlungen beendet. Gundolf Köhler habe alles allein gemacht, die Bombe gebaut, nach München gebracht und gezündet. Warum er selber mit in den Tod gerissen wurde, blieb ungeklärt. Akte zu Fall erledigt. Nur nicht Anwalt Dietrich verdienen. Fängt es da erst an? Die Haupt Vorwürfe gegen die Ermittler bringt er so auf den Punkt. Die Ermittler haben sich zu früh auf die These Gundolf Köhler alleine festgelegt und haben sozusagen alles, was auf Mittäterschaft von anderen Personen hingedeutet hat. Haben Sie eigentlich Ausgeblendeten? Damals schon. Das bedeutet, sein Umfeld ist nicht gründlich durchleuchtet worden. Die Verbindungen, die die Köhler sonst zu anderen Gruppen gehabt hat, oder beispielsweise die Fahrten in die Schweiz oder so, das ist alles nur am entweder gar nicht aus eruiert worden oder nur am am Rande behandelt worden. Das ist so der, der. Der Hauptvorwurf. Dass man zu schnell. Auf. Auf diese einzeltäter these und die privat individuelle motivation. Aufgesprungen ist. Und alles weitere. Ob möglicherweise sonstige Hintermänner noch da sind oder Gruppen, die davon gewusst haben oder mitgemacht haben oder wo er konkret die Einzelteile der der der Bombe her gekriegt hat. Das hätte man damals sicherlich gründlicher ermitteln können und hätte da auch mehr rausbekommen können. Bei der Polizei gemeldet habe ich mich nicht, dazu erschienen mir meine Erlebnisse zu unwichtig und es hat mich auch niemand gefragt. Aber es wäre auch nicht sehr schwer gewesen, mich zu finden. Die Daten meiner Freundin hatten sie ja. Sie hatte einen Schock erlitten und zählte damit zu den Verletzten, die behandelt wurden. Und irgendein Journalist einer Tageszeitung hat sich auch bei mir gemeldet. Er hat mich ja auch gefunden. Aber dafür erzähle ich meine Geschichte jetzt hier. Vielleicht hört sie ja Gitti, die wir später vergeblich in den Krankenhäusern gesucht haben Ich würde mich freuen zu erfahren, wie es ihr heute geht. Und vielleicht hört sie ja auch der Mann mit dem Schäferhund. Wenn ich an ihn denke, kommen mir heute noch die Tränen. Autor Ulrich Chaussy schreibt weiter über das Oktoberfestattentat. Dieser Tage erscheint sein neues Buch. Titel Das Oktoberfestattentat und der Doppelmord von Erlangen. Der Rechtsanwalt Werner Dietrich hat nach jahrzehntelangem Nachbohren erreicht, dass die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen noch einmal begonnen hat. Dass der jetzige bayerische Innenminister ihn dabei unterstützte, dürfte wohl geholfen haben. Mit den neuen Ermittlungen ist der Anwalt zufrieden. Auch wenn die Hintermänner nach der langen Zeit nicht mehr enttarnt werden konnten. Das Verfahren ist jetzt mit dem Ergebnis, dass seit dem 6. Juli bekannt ist, eingestellt. Die Bundesanwaltschaft hat gesagt Wir haben keinen anderen Täter gefunden, keine weiteren Täter. Aber ob es weitere gibt, ist eine offene Frage. Es kann sein, dass jemand auf dem Totenbett nochmal ein Geständnis ablegt. Aber mit dem jetzt noch möglichen Ermittlungs Aufwand, der sehr gründlicher Weise und kompetent betrieben wurde, konnte man nichts weiter rausbekommen. Ich gehe seitdem nicht mehr gerne auf das Oktoberfest. Lange bin ich gar nicht mehr gegangen. Aber jetzt hab ich Kinder. Da kommt man nicht drumrum. Ich bin inzwischen sogar auch schon mal wieder durch den Haupteingang gegangen. Kein besonders schönes Gefühl. Aber es sieht jetzt alles anders aus als damals. Kein Kopfsteinpflaster mehr. Die Straße davor wurde neu asphaltiert und dort, wo der Papierkorb mit der Bombe war, ist jetzt eine Gedenkstätte. Die Ermittlungen zum Oktoberfestattentat sind erneut eingestellt worden. Es sei zu lange her, um noch Neues herauszufinden, heißt es. Das ist also keineswegs ein für die Mandanten, für die Opfer ein abgeschlossener Sachverhalt, sondern bei Oktoberfest. Denken Sie natürlich immer noch an dieses Lebensereignisse Attentat und das beeinträchtigt heute immerhin die These, ein liebeskranken Einzeltäter hätte sich den Frust von der Seele gesprengt. Ist widerlegt. Der Anschlag auf das Oktoberfest am 26. September 1980 wird jetzt ganz offiziell als rechter Terrorakt eingestuft. Für die Opfer bedeutet das, dass ihnen damit endlich eine Entschädigung zusteht. Aus einem extra Fonds für Terroropfer. Das ist gut. Der Bund und die Stadt München haben den Opfern schon vor längerer Zeit Entschädigungen bezahlt. Und jetzt, zum 40. Jahrestag des Oktoberfest Anschlags hat auch der Freistaat Bayern 500 000 Euro zum Opfer Form beigesteuert. Innenminister Herrmann Ich freue mich sehr über die klare Entscheidung der bayerischen Staatsregierung, dass wir uns an einem gemeinsamen Fonds für die Opfer des schrecklichen Oktoberfestattentat 1980 beteiligen, gemeinsam mit dem Bund und der Landeshauptstadt München. Es gibt Hinterbliebene, es gibt damals schwerverletzte Opfer, die auch heute noch schwer an den Folgen dieses Attentat zu tragen haben. Und denen müssen wir wenigstens eine etwas stärkere finanzielle Entlastung zukommen lassen. Deshalb ist das eine wichtige und richtige Entscheidung. Anlässlich des vierzigsten Jahrestages dieses schrecklichen Attentats. Aber es sind noch viel zu viele Fragen offen. Wie kann es sein, dass wichtige Beweisstücke spurlos verschwunden sind oder sogar einfach vernichtet wurden, wo doch sonst als Erwarte oft jahrzehntelang aufbewahrt werden, um sie vielleicht später mit neuen Methoden nochmal zu untersuchen? Was hätte man damit den jetzigen forensischen Möglichkeiten alles herausfinden können? Welche Rolle hatten die Behörden damals bei den großen Ermittlungs Fehlern? Wer hat die Ermittlungen behindert und den rechten Hintergrund vertuscht? Und wer hat dem Attentäter damals geholfen? Sind die Hintermänner möglicherweise noch heute aktiv? Man kann nicht völlig zufrieden sein. Man wird mit ein bisschen ja bedauern, dass da nicht noch mehr Kriminologische möglich ist. Tatsächlich jetzt aber wohl den Aktendeckel schließen müssen. Irgendeiner weiß es. Und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es vielleicht erst in ein paar Jahren doch noch Antworten geben wird. Der schwerste Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik 40 Jahre. Ein trauriger Jahrestag. Geheimakten Oktoberfestattentat Ein Podcast von Antenne Bayern.

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